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Hilfsaktion Ukraine

Hallo ihr Lieben!

Vorab erst einmal ein riesengroßes Dankeschön an euch! Wir sind überwältigt von eurer Hilfsbereitschaft, vielen, vielen Dank!

Seit dem Tag unseres Aufrufs standen unsere Telefone nicht mehr still, viele Leute kamen vorbei und brachten Hilfsgüter sowie Geldspenden vorbei, um uns zu unterstützen. Am Donnerstag sortierten wir alle eingegangenen Sachen und beluden den Transporter bis spät in die Abendstunden.

Freitagmorgen starteten wir zur 10-stündigen Fahrt Richtung polnisch-ukrainischer Grenze am Grenzübergang Korczowa. Dort wurde etwa drei Kilometer vor der Grenze ein großer Handelskomplex zu einer Erstaufnahme für die Geflüchteten umfunktioniert. Abends gegen 21 Uhr kamen wir an besagtem Ort an und reihten uns in die Warteschlange weiterer Transporter zum Entladen ein. Das dauerte eine ganze Weile, da immer wieder auch Reisebusse aus der Ukraine mit Geflüchteten ankamen, die mit Lebensmitteln und allem Lebensnotwendigem beladen wurden und gleich wieder Retoure in die Ukraine fuhren. Und verständlicherweise hatten diese Busse oberste Priorität. Hier packten wir mit an und beluden mit vielen anderen Helfern die Busse. Gemeinsam mit polnischen Soldaten entluden wir dann unseren Bus: Rückwärts an den Eingang herangefahren standen mehrere Soldaten mit Einkaufswagen bereit und so konnten die Hilfsgüter gleich nach dem Entladen in das vor Ort eingerichtete Lager sortiert werden. Mehrfach bedankten sich die Soldaten bei uns für unseren Einsatz und wir uns natürlich bei Ihnen – es herrschte vor Ort eine unbeschreibliche Stimmung der Hilfsbereitschaft und Solidarität - Jeder half jedem!

Nachdem wir den Transporter entladen hatten, gingen wir Richtung Vorsorgungsstände auf der anderen Seite der Halle. Dort herrschte reges Treiben – Essen und Getränke wurden ausgegeben und es kamen immer wieder Busse mit Flüchtenden an. Einige Stände, auch der unserer Bekannten, war zu dieser Zeit außer Betrieb, da vor Ort eine größere Reinigungsaktion durchgeführt werden musste, da sich in unmittelbarer Nähe Toiletten befinden, die immer wieder verstopft sind und Probleme bereiteten. Für den Stand hatten wir auf dem Weg noch Seitenteile für den Pavillon sowie einen neuen leistungsstärkeren Gaskocher gekauft. Tatjana, selbst eine Geflüchtete, die am Stand mithilft, hatte sich die Seitenteile gewünscht, da es nach stundenlangem Stehen sehr kalt wird. Auch als wir am Abend ankamen waren es – 8°C vor Ort.

Nun gingen wir in die Halle und machten uns auf die Suche nach dem eingerichteten Info-Punkt, wo auch Mitfahrangebote koordiniert werden. Überall in der Halle standen Feldbetten, auf denen Geflüchtete schliefen und sich von den teilweise tagelangen Strapazen der Flucht ein wenig versuchten zu erholen. Am Info-Punkt angekommen, gaben wir unser Mitfahrangebot an die koordinierenden Helfer durch, die es via Mikrofon in der Halle durchgaben. Nach etwa 10 Minuten kam einer der Helfer mit zwei Familien zu uns: eine Frau aus dem Umkreis Kiew mit ihrer 12-jährigen Tochter sowie eine andere Mutter mit ihrer 17-jährigen Tochter sowie 19-jährigen Nichte aus dem östlichen Teil der Ukraine wollten gerne mitfahren. Da wir uns noch fit fühlten, entschieden wir uns, gleich in der Nacht noch zurückzufahren. Auf der Fahrt hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten und sie erzählten teils von ihren Erlebnissen auf der Flucht, ebenso von ihren vor Ort verbliebenen Familienangehörigen. Beide Frauen hatten auch jeweils ihre Männer zurücklassen müssen. Eine der Mütter erzählte bei dem Anblick der Autobahnbeleuchtung in Polen, dass sie seit Kriegsbeginn nur sehr spärlich Licht anschalten konnte und sich teils nur mit Taschenlampen behalfen, um den russischen Truppen die Orientierung zur erschweren und kein Ziel für Angriffe darzustellen. So viele Dinge, die uns auf der Rückfahrt einfach nur betroffen und sprachlos machten.

 

Gegen 8 Uhr morgens kamen wir dann in Dresden an, fuhren die Mutter mit ihrer 12-jährigen Tochter an den Dresdner Hauptbahnhof und organisierten dort ihre Weiterreise nach Frankfurt. Das Servicezentrum der Deutschen Bahn war super organisiert und so konnten wir schnell und kostenlos die Tickets für die beiden besorgen. In Frankfurt erwartete sie eine alte Freundin, bei der sie unterkommen. Mit festen Umarmungen verabschiedeten wir uns auf dem Bahngleis und tauschten Nummern aus. Beide sind wohlbehalten in Frankfurt angekommen.

 

Mit der anderen Familie fuhren wir nach Stollberg, wo bereits eine Wohnung für ihre Ankunft vorbereitet wurde. Nach einem kurzen Ankommen und durchatmen machten wir uns dann noch mal auf den Weg in einen Telefonladen, um Simkarten für die drei zu organisieren, damit auch die Kommunikation mit ihren Angehörigen in der Ukraine funktioniert. Im Supermarkt kauften wir gemeinsam noch ein paar Dinge ein und dann ging es wieder zurück in die Wohnung wo wir uns verabschiedeten und sie sich nun erst einmal von den ganzen Strapazen erholen konnten.

 

Vom kommenden Mittwoch bis zum Samstag werden unsere Bekannten sowie noch zwei weitere Mitstreiter, die sich bereit erklärt haben, noch einmal nach Korczowa fahren, vor Ort unterstützen und auch die gespendeten Hilfsgüter, die wir jetzt nicht alle mitnehmen konnten, noch mit einladen und runter bringen. Mit den bei uns eingegangenen Geldspenden werden wir diese Fahrten finanzieren und schauen, wie wir damit hier direkt vor Ort die ankommenden Familien unterstützen können. Weiterhin wollen wir schauen, wie wir vor Ort den Familien ihr Ankommen erleichtern und sie miteinander ins Gespräch bringen können. Dies wird jedoch noch ein wenig Zeit brauchen, da wir das alles in unserer Freizeit organisieren.

 

Noch mal ein Dankeschön aus tiefstem Herzen an alle Unterstützer*innen, die unserem Aufruf gefolgt sind - ihr seid einfach nur klasse! Ebenso ein riesengroßes Dankeschön an die Stadt Stollberg, die schnell und unbürokratisch ihren Bus für diese Hilfsaktion zur Verfügung gestellt hat und die Wohnung bei Ankunft so super vorbereitet hat!

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